Captain Morgan und der Freimaurereinfluss im Mormonismus

Kapitel 13 (Seiten 151-169) aus: The Mormon Kingdom Vol. 1

(Übersetzt von Manfred Trzoska)


 

Der mormonische Schreiber Hyrum L. Andrus behauptet, dass Joseph Smith „wesentliche Elemente“ der Tempelzeremonie von den Papyri entnahm, die er von Michael H. Chandler erhielt:


 

Beweise zeigen, dass Joseph Smith die WESENTLICHEN BÜNDNISSE, Schlüsselwörter usw. der Tempelzeremonie aus den Schriften Abrahams bezog. (Siehe Faksimile Nr. 2, Abb. 3 und 8 )... Nachdem er DIE WESENTLICHEN ELEMENTE dieser Zeremonie aus den Schriften Abrahams erlangt hatte, organisierte er sie in eine formale Zeremonie...“ (God, Man and the Universe, 1968, S. 334)


 

Bruce R. McConkie, vom Ersten Rat der Siebzig, erklärt:


 

All diese Verordnungen der Erhöhung werden in den Tempeln für die Lebenden und die Toten vollzogen. Sie wurden in der modernen Zeit dem Propheten Joseph Smith durch Offenbarung gegeben, wobei viele Dinge, die mit ihnen verbunden sind, vom Propheten von dem Papyrus übersetzt wurden, auf dem das Buch Abraham aufgezeichnet war.“ (Mormon Doctrine, 1966er-Ausg., Seite 779)


 

Im The Case Against Mormonism, Vol. 2 zeigen wir, dass die Papyri nichts mit Abraham oder seiner Religion zu tun haben. Nun, da es klar ist, dass diese Papyri heidnische Dokumente sind, müssen die Mormonen für den Ursprung der Tempelzeremonie woanders Ausschau halten. Wir haben das Gefühl, dass zumindest ein Teil der Tempelzeremonie von den Freimaurern kam. Tatsächlich sind die Ähnlichkeiten zwischen der Tempelzeremonie und dem Ritual der Freimaurer ziemlich verblüffend. Bevor wir aber dies erörtern, werden wir die Kontroverse erörtern, die sich in Bezug auf die Freimaurerei in Joseph Smiths Zeit zutrug.


 


 

SPIEGELT SICH IM BUCH MORMON WIEDER


 

Alexander Campbell zeigt auf, dass die „Frage der Freimaurerei“ im Buch Mormon erörtert wird. Die Freimaurerei war ein sehr wichtiges Thema zur Zeit Joseph Smiths. Whitney R. Cross erklärt:


 

William Morgan wurde 1823 ein Freimaurer in Rochester, aber er fand sich von der Batavia-Ortsgruppe ausgeschlossen... er schrieb die Illustrations of Masonry und veranlasste die Veröffentlichung durch den Batavia-Advocate-Verlag. Das Geheimnis sickerte aber durch, woarufhin der unglückliche Autor eine Serie von mysteriösen Verfolgungen erlitt. Zuerst beschäftigten ihn die Autoritäten mit einer Schuldforderung, so dass seine Wohnunterkünfte nach dem Manuskript durchsucht werden konnten. Am 8. September 1826 begannen sich Gruppen von Fremden, offensichtlich aus Buffalo, Lockport und Canandaigua, der Stadt zu nähern. Der Versuch eines Brandanschlags auf den Druckereiladen schlug fehl. Dann forderte eine erdachte Anklage Morgans Anwesenheit vor Gericht in Canandaigua. Während er im Gefängnis auf seine Anhörung wartete, wurde er am Abend des 12. September entführt. Seine Entführer fuhren ihn in einer mit Vorhängen verhangenen Kutsche durch Rochester, über die Ridge-Straße nach Lewiston und von dort zum Pulvermagazin des Fort Niagara. Er könnte nach einer Weile über die kanadische Grenze entlassen worden sein. Wahrscheinlicher ist, dass er in ein schweres Kabel eingewickelt und in die Mitte des Niagara-Flusses an der Verbindung zum Ontariosee gerudert und über Bord gekippt wurde. Auf jeden Fall kann nicht bewiesen werden, dass er je wieder gesehen wurde.

...In das Ereignis waren die Freimaurer auf dem gesamten Weg von den Fingerseen bis an die Niagara-Westfront verwickelt... Somit hatten um 1827 Dorfkomitees von Rochester westwärts begonnen, sich politisch gegen die beschuldigte Gesellschaft zu organisieren... Das Hauptthema schien ein moralisches zu sein: Von der Freimaurerei wurde geglaubt, dass sie ein Verbrechen begangen hatte. Ihre Mitglieder hatten ihre brüderlichen Verpflichtungen über die Pflicht dem Staat und der Gesellschaft gegenüber gestellt und eine gesetzlose Gewalttat gegen die persönliche Sicherheit und einen verderbten Komplott gebilligt, und die normalen verfassungsgemäßen Garantien für die Gerechtigkeit vereitelt... Ihre Titel und Rituale schmecken nach Monarchie und ebenso nach Untreue. Genau die Geheimhatlung, die solche rücksichtslose Kontrolle erforderte, regte zu niederen und gefährlichen Plänen an. Woher kamen zum Beispiel die Schädel, die als Trinkgefäße in der Zeremonie des Königlichen Erzgrades bekannt waren? Neugier, Phantasie und Gerücht vervielfältigten die scheinbaren Bedrohungen durch die Freimaurerei für den Frieden, die Ordnung und die Spiritualität der Gesellschaft.

Solche Reaktionen wuchsen an, da Propagandaexperten mit den Ängsten und der Verwunderung der Massen spielten... die antifreimaurerische Aufregung... mag gut die geballteste Einzelmacht gewesen sein, die den 'befallenen Distrikt' während einer gesamten Generation plagte. Charles Finney schätzte später, dass sich 2000 Logen und 45.000 Mitglieder in den Vereinigten Staaten den brüderlichen Aktivitäten hingaben. Die meisten Gruppen im westlichen New York mögen sich so verhalten haben. (The Burned-Over District von Whitney R. Cross. New York, 1965, S. 114, 115, 117 und 120)


 

Walter Franklin Prince machte folgende Aussage in Bezug auf das Verhältnis zwischen Buch Mormon und Freimaurerei:


 

Nun, in mindestens 21 Kapiteln von sieben aus 16 'Büchern' des Buches Mormon findet man Passagen, die an Länge zwischen einigen und 63 Zeilen variieren, die sich deutlich auf die Freimaurei unter dem Deckmantel angeblich ähnlicher Organisationen im alten Amerika beziehen.“ (The American Journal of Psychology, Bd. 28, 1917, Seite 376)


 

Nachdem wir Kopien des Wayne Sentinel und des Palmyra Freeman (dies sind Zeitungen, die in der Nachbarschaft Joseph Smiths gedruckt wurden) studiert hatten, sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass sich die Kontroverse über die Freimaurerei im Buch Mormon widerspiegelt. Um die Beziehung zu verstehen, ist es notwendig zu wissen, wie erregt die Menschen in New York nach Morgans Verschwinden wurden. Im Wayne Sentinel für den 23. März 1827 finden wir folgendes Zitat aus dem Rochester Daily Advertizer:


 

Anstatt abzunehmen, weitet die Aufregung in Bezug auf Morgan ihren Einfluss aus und bekommt täglich neue Kraft. Wir öffnen kaum eine Zeitung, ohne dass unser Auge von Berichten über Versammlungen, zusammen mit Einleitungen und Entschlüssen, begrüßt wird, und einige von ihnen haben einen Anflug, der noch entschlossener und ächtender klingt als das, was wir veröffentlicht haben...

Die Freimaurer, nicht nur diejenigen, die Morgan beseitigten, sondern auch alle, die den freimaurerischen Namen tragen, werden geächtet als unwürdig eines Amtes in der Stadt, in der Grafschaft oder in den 'Vereinigten Staaten'! und die Einrichtung der Freimaurerei... wird als GEFÄHRLICH und ALLEN INTERESSEN IM LANDE SCHÄDLICH hingestellt!“


 

Die Kontroverse über die Freimaurerei wurde bald politisch. Der Wayne Sentinel brachte am 16. November 1827 folgende Erklärung:


 

Die Wahlkampf in dieser Grafschaft (sagt der Ontario Messenger) hat zur Auswahl einer totalen ANTI-FREIMAURER-Kandidatenliste geführt.“


 

Am 7. März 1828 erschien folgendes im Wayne Sentinel:


 

Auf einer Zusammenkunft von Freimaurern gegen GEHEIME ORGANISATIONEN, die in Le Roy abgehalten wurde...

Mr. Read sprach dann sehr ausgiebig über die Pflichten der Freimaurerei und zeigte, dass sie einer guten Regierung feindlich und den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Ordnung ZERSTÖREND gegenüber stünden.“


 

Am 9. November 1827 behauptete Eliphalet Murdock, dass vor einigen Jahren sein Vater mit durchschnittener Kehle aufgefunden wurde. Er deutete an, dass die Freimaurer ihn ermordet hätten, weil sie das Gefühl hatten, dass er ihre Geheimnisse offenbart hätte:


 

...Ich glaube, dass die Loge veranlasst wurde anzunehmen, dass er diese Geheimnisse offenbart hätte, und entsprechend verfuhren sie mit ihm! Somit glaube ich, dass mein Vater der freimaurerischen Rache zum Opfer fiel, und dies ganz ohne Grund!“ (Wayne Sentinel, 9. Nov. 1827)


 

Das Gefühl gegen die Freimaurerei wurde sehr stark und viele Freimaurer verließen die Bruderschaft, um aktiv gegen sie zu arbeiten. Folgendes erschien im Wayne Sentinel am 18. Juli 1828:


 

...die Freimaurergesellschaft, deren Grundsätze und Operationen darauf abzielen, die großen und bedeutenden Grundsätze des Staates zu UNTERGRABEN UND ZU VERNICHTEN, ist unter uns IM STILLEN GEWACHSEN.

...sie verlangt das VERBERGEN VON VERBRECHEN und beschützt den Schuldigen vor der Bestrafung.

Sie ermuntert zum Begehen von VERBRECHEN, indem sie dem Schuldigen das Entkommen ermöglicht.

Sie bietet dem Korrupten und Ausheckenden Gelegenheiten, Pläne gegen die Regierung und das Leben und den Charakter von Personen zu schmieden...

Eine Einrichtung, die so beladen ist mit so vielen und großen Übeln, ist für unsere REGIERUNG und die Sicherheit unserer Bürger GEFÄHRLICH und sie ist ungeeignet unter einem freien Volk zu existieren.

Darum... sprechen wir uns feierlich von jeder Verpflichtung gegenüber der Freimaurerorganisation frei... und als Unterstützung dieser Resolutionen... und zur Sicherheit von Personen gegen die widerrechtlichen Aneignungen aller GEHEIMEN GESELLSCHAFTEN und gegen offene Gewalt und gegen die 'Rache' der Freimaurerorganisation...

Es ist beschlossen, ganz gleich als wie wohltätig GEHEIME GESELLSCHAFTEN UND VERBINDUNGEN im Mittelalter angesehen worden sein mögen..., dass sie dennoch in diesem Zeitalter und in diesem Land nicht nur für ihre Mitglieder nutzlos werden, sondern auch GEFÄHRLICH FÜR DIE REGIERUNG.“


 

Am 26. September 1828 erschien ein Artikel in Bezug auf die „Freimaurer, Jesuiten & Juden Portugals“ im Wayne Sentinel. Folgende Aussagen sind diesem Artikel entnommen:


 

Lesen wir die wütenden Reden streitender Splitterparteien auf der Halbinsel und besonders in Portugal, sollten wir zu dem Glauben kommen, dass die ganze Gesellschaft aus nur zwei Elementen besteht, den Freimaurern und den Jesuiten, oder Apostolikern – dass die einen dazu entschlossen wären, die anderen zu verschlingen oder auszulöschen – und dass die einzige Pflicht der Regierung darin bestünde, Logen oder Konvente zu unterdrücken, indem sie die Brüder der GILDE oder die Brüder des Klosters in Schach halten oder vernichten... Wenn Sie der Partei zuhören, die vor kurzem Don Miguel als ihren 'Schutzengel' begrüßte... sind die Freimaurer die Ursache für jeden 'Aufruhr, jede Verschwörung und jede Rebellion' gewesen, die in den letzten 30 Jahren Europa zugesetzt haben... Die Freimaurer sind deshalb radikal und im Wesentlichen Demagogen, Jakobiner, Verschwörer, Attentäter, Untreue, Verräter und Atheisten. Ihre BANDE der Einheit ist aus dem zerbrochenen Beton der bestehenden Ordnung gebildet – ihr Geheimnis ist die Parole des Aufruhrs und der Rebellion – ihr Ziel ist die Anarchie und die PLÜNDERUNG -... wenn sie nicht unterdrückt werden, werden bald weder Religion, Moral, Literatur noch zivilisierte Gesellschaft übrig bleiben!“ (Wayne Sentinel, 26. September 1828)


 

The Morgan Investigator, in Batavia, New York, veröffentlicht, brachte folgende Erklärungen:


 

'HABT ACHT VOR GEHEIMEN VERBINDUNGEN'.

Dies sind die Worte General George Washingtons auf dem Sterbebett... es gibt etwas in den Grundsätzen der Freimaurerei, das dazu neigt, den Verstand zu verwirren, und zur Verübung von VERBRECHEN führt...

Wenn also alle überzeugt sind, dass die Existenz dieser Einrichtung nicht nur unnötig, sondern GEFÄHRLICH für das Interesse der Gesellschaft ist, sollen die Freimaurer sich ehrlich und ehrenhaft dazu bekennen und ihre Ränge verlassen...“ (The Morgan Investigator, 29. März 1827, Seite 1)


 

In einem anderen Artikel, der in derselben Zeitung veröffentlicht wurde, finden wir folgende Erklärung:


 

Ich halte die Einrichtung der Freimaurerei FÜR GEFÄHRLICH für UNSERE FREIHEITEN und ich denke, dass sie mit dem Marsch zur höchsten Gewalt, weit genug gegangen sind, um Schach geboten zu bekommen.“


 

Dieselbe Zeitung nannte die Freimaurer „eine organisierte BANDE von Banditen“ und sprach von der „finsteren und verräterischen Verschwörung, die gegen das Leben unserer Bürger und gegen die Gesetze unseres Landes gebildet wurde.“ Folgendes erschien in einem Buch mit dem Titel An Inquiry into the Nature and Tendency of Speculative Free-Masonry:


 

      1. Freimaurerei ist eine MÖRDERISCHE Einrichtung. Sie basiert auf Gesetzen, die den Mord verlangen. Jene Gesetze, die das System unterstützen, verlangen, dass man einer Mitkreatur das Leben nimmt, ohne Beachtung der Gesetze Gottes oder des Landes... Wer kann dann nicht erkennen, dass genau diese Grundsätze, der Geist, das Wesen dieser antiken Bruderschaft MÖRDERISCH ist!

      2. Diejenigen, die sich der Organisation anschließen, schwören feierlich, dass sie sich, sofern sie 'irgendeinen Teil' ihrer Schwüre brechen, der Hinrichtung in der Art und Weise, wie die Schwüre es beschreiben, unterwerfen... Welche Ungnade für die Würde eines Mannes, dass in diesem Land der Bibeln und teuer erkaufter Unabhängigkeit eine Gesellschaft existieren sollte, die das Recht beansprucht, menschliche Wesen zu opfern, ohne Respekt vor dem Gott der Bibel oder vor den Gesetzen unserer hochgelobten Freiheit! Das, sage ich kühn, ist die Freimaurergesellschaft...

      3. Die Freimaurergesellschaft ist mit unserer freien Verfassung nicht vereinbar. Jedes Leben eines Freimaurers ist gemäß den Gelöbnissen, die er auf sich genommen hat, das Eigentum der Freimaurer, infolgedessen also nicht das seines Landes. Ist dies mit der republikanischen Regierung vereinbar?...

      4. Einige Gedanken, die in den Freimaurergelübden enthalten sind, verdienen besondere Aufmerksamkeit... Wenn ein Mörder oder ein anderer Verbrecher, der ein Freimaurer-Meister ist, vor Gericht gebracht wird, um verurteilt zu werden, und er dieses Signal der Not ausführt, wenn der Richter oder Anklagevertreter oder einer der Geschworenen ein Freimaurermeister ist und ihn dieses Zeichen ausführen sieht, stehen sie unter der feierlichen Verpflichtung eines Eids, unter Lebensgefahr sein Leben zu retten.“ (An Inquiry into the Nature and Tendency of Speculative Free-Masonry, von John G. Stearns, New York, 1829, S. 76, 77 und 79)


 

In einer Ansprache, die am 11. September 1829 gegeben wurde, finden wir folgendes:

         

Dieser Tag ist als eine Gelegenheit festgelegt worden, um die stolze Institution im ganzen Staat gleichzeitig anzugreifen, um bis an all unsere Grenzen die Stimmen freier Männer gegen sie erheben zu lassen... Er [Morgan] legte sein Leben für sein Land nieder; seine WITWE und seine WAISENKINDER leben, um Zeugnis zu geben. Er fiel durch die Hand der freimaurerischen Gewalt, während er mit dem Finger des Todes auf den Räuber unserer gleichen Rechte und den mitternächtlichen Feind unserer Freiheiten zeigte.

...Die Schrecken der Revolution in Frankreich sind aber deutlich auf die Hand des mitternächtlichen Ordens zurückzuführen und die gegenwärtige Erschütterung des Staates Mexiko ist hauptsächlich die Schuld der geheimen Operationen zweier Freimaurerparteien, der York-Freimaurer und der Scotch-Freimaurer. Der Schaden, der unserem nationalen Wesen durch Burrs Verschwörung zugefügt wurde, war das Allergrößte. Die Privatkorrespondenz jener Verschwörung wurde in der Königlichen-Erz-Geheimschrift ausgeführt, was ein Beweis ist, dass die Agenten hochgradige Freimaurer waren... und nie wurde ein Pfeil mit schärferer Spitze abgeschossen wie diese Tatsache über Burrs Verschwörung, um in die Gelenke des Harnischs einzudringen und das Herz der verräterischen Freimaurerei zu durchbohren.“ (The Anti-Masonic Review and Monthly Magazine, Bd. 1, Nr. 10, S. 296-297)


 

Am 14. März 1828 berichtete der Wayne Sentinel, dass eine „antifreimaurerische“ Zeitung begann, in der Nachbarschaft Joseph Smiths veröffentlicht zu werden. Sie sollte als The Palmyra Freeman bekannt werden. Wir hatten Zugriff auf Fotokopien einiger Seiten dieser Zeitung, aber diese Seiten haben uns zur Schlussfolgerung geführt, dass sie äußerst antifreimaurerisch war. Am 2. Dezember 1828 erschien folgende Erklärung im Palmyra Freeman:


 

Unsere Regierung und unser Land wird VERNICHTET WERDEN, wenn das Volk die FREIMAUREREI nicht mitsamt Wurzeln und Zweigen niedermacht.“ (Palmyra Freeman, 2. Dezember 1828)


 

In derselben Ausgabe finden wir folgendes:


 

Und was wird das Volk dieses Landes zehn oder zwanzig Jahre weiter über sich denken, wenn sie es zulassen, dass sie getäuscht werden, und nicht [jetzt] Hand und Herz vereinen, um eine  Geheimgesellschaft niederzumachen, die, wenn sie sie wieder zulassen, gänzlich Einfluss gewinnt und sie mitsamt ihren Freiheiten zerschmettern wird."


 

Am 10. November 1829 erschien folgende Erklärung im Palmyra Freeman:


 

Die Freimaurerei ist nun, Gott sei Dank, in ihrer nackten Unförmigkeit vor der Welt sichtbar! - eine GEHEIME VERBINDUNG, um Freiheit und Religion zu vernichten...“


 

Wenn wir uns nun das Buch Mormon anschauen, sehen wir, dass es mit Hinweisen auf geheime Gesellschaften angefüllt ist. Die Jarediten „bildeten eine geheime Verbindung“ (Ether 8:18) und die Nephiten und die Lamaniten hatten eine „geheime Bande“ (Helaman 8:28), die als die Gadiantonräuber bekannt ist. Ferner warnt das Buch Mormon das amerikanische Volk, dass eine „geheime Verbindung“ unter ihnen sein würde (Ether 9:24).

Im Buch Mormon, Ether 8:14, lesen wir:


 

Und es begab sich, dass sie ihm alle beim Gott des Himmels schwuren, bei Himmel und Erde und BEI IHREM HAUPT, dass derjenige seinen Kopf verlieren sollte, der sich weigere, Akish die Hilfe zu geben, die er verlangen würde, und wer verraten würde, was Akish ihnen mitteilte, sollte sein Leben verlieren.“


 

Einer Bloßstellung der Freimaurerei gemäß, die im Wayne Sentinel am 14. März 1828 veröffentlicht wurde, enthielt die „Verpflichtung des siebten Königlichen Erzgrades“ folgende Worte:


 

...Ich verspreche und schwöre, dass ich einem Königlichen-Erz-Freimaurer-Kameraden, wo immer ich ihn in einer Schwierigkeit stecken sehe, insofern helfen und beistehen werde, dass ich ihn da heraushole, ob es RICHTIG ODER FALSCH sei. - Ferner verspreche und schwöre ich, dass die Geheimnisse eines Königlichen-Erz-Freimaurer-Kameraden, die er mir als solcher übertragen hat, und ich weiß, dass er ein solcher ist, sicher und unverletzlich in meiner Brust als sein eigen verbleiben werden, wenn er sie mir mitgeteilt hat, Mord und Verrat NICHT ausgenommen... und ich verpflichte mich unter keiner geringeren Strafe, als dass mein SCHÄDEL ABGESCHLAGEN und mein Gehirn offengelegt werde...“


 

Ein weiterer Eid enthielt die Worte: „...ich verpflichte mich unter keiner geringeren Strafe, als dass mein Kopf abgeschlagen werde...“ Dieselbe Ausgabe des Wayne Sentinel erklärt auch, dass „der Kandidat... mit einem menschlichen Schädel präsentiert wird und er sich der Degradierung unterwerfen muss, sein 5. Trankopfer aus dem Schädel zu trinken...“

Im Buch Mormon lesen wir:


 

Aber seht, Satan erregte das Herz des größeren Teils der Nephiten, so dass sie sich mit jener Räuberbande vereinigten und auf deren Bündnisse und Eidschwüre eingingen, dass sie sich gegenseitig verteidigen wollten, um nicht für ihre Mordtaten, Plündereien und Diebereien bestraft zu werden, ganz gleich, in welch schwierigen Umständen sie sich auch immer befinden mögen.

Und es begab sich, dass sie ihre Zeichen, ja, ihre geheimen Zeichen und Worte hatten, um einen Bruder, der dem Bund beigetreten war, von andern zu unterscheiden, damit er weder von seinem Bruder noch von denen bestraft würde, die zur Bande gehörten und diesen Bund auf sich genommen hatten, wenn er irgendeine Bosheit begangen hatte. (Buch Mormon, Helaman 6:21-22)


 

Die Freimaurer hatten natürlich geheime Zeichen und Wörter. Tatsächlich erklärte William Morgans Enthüllung, dass „die Zeichen, Due-Guards, Griffe, Wörter, Passwörter und ihre verschiedenen Namen ziemlich alle Geheimnisse der Freimaurerei umfassen...“ (Freemasonry Exposed, Seite 55) Auf Seite 68 finden wir folgende Aussage in Bezug auf das Wort „Shibbolett“: Dieses Wort wurde ebenfalls von unseren Brüdern vor alters benutzt, um einen Freund von einem Feind zu UNTERSCHEIDEN...“

Wie wir schon gezeigt haben, wurden die Freimaurer beschuldigt, „unserer Regierung gegenüber gefährlich“ zu sein, und einige Leute hatten das Gefühl, dass, „wenn sie nicht unterdrückt würden, bald weder Religion, Moral, Literatur noch eine zivilisierte Gesellschaft übrig bleiben“ würden!“ (Wayne Sentinel, 26. September 1828) Das Buch Mormon zeichnet ein ähnliches Bild von geheimen Gesellschaften:


 

Sie trotzten den Gesetzen und Rechten ihres Landes und machten einen Bund miteinander, den Statthalter zu töten und einen König über das Land zu setzen, damit es nicht mehr frei, sondern Königen unterworfen sei.“ (2. Nephi 6:30)


 

In Ether 8:22 lesen wir: „...alle Nationen, die diese GEHEIMEN VERBINDUNGEN unterstützen... sollen VERNICHTET werden.“ In Vers 25 desselben Kapitels lesen wir: „...wer sie aufbaut, der sucht die Freiheit aller Länder, Völker und Nationen zu vernichten...“.

Wegen der Morgan-Affäre wurden die Freimaurer beschuldigt, den Mord begangen zu haben und den Schuldigen zu schützen. John G. Stearns nannte die Freimaurei „eine MÖRDERISCHE Einrichtung.“ (An Inquiry into the Nature and Tendency of Speculative Free-Masonry, Seite 76) Das Buch Mormon spricht von „MÖRDERISCHEN Verbindungen“ (Ether 8:23), „geheimen Mordtaten“ (3. Nephi 9:9) und in 3. Nephi 6:29 lesen wir, dass die Bösen „einen Bund“ machten, „es zu vernichten und die des Mordes Schuldigen aus den Händen der Gerechtigkeit zu befreien...“ Moroni, der angeblich um 400 n. Chr. lebte, behauptete, dass der Herr ihm die Zustände unter den Heiden in den letzten Tagen offenbarte:


 

Und es wird zu einer Zeit geschehen, wo das Blut der Heiligen wegen der GEHEIMEN VERBINDUNGEN und der Werke der Finsternis zum Herrn schreien wird...

Ja, weshalb baut ihr eure geheimen Gräuel auf, um Gewinn zu erzielen, und lasst die Witwen und Waisen vor dem Herrn klagen und lasst das Blut ihrer Väter und Gatten von der Erde zum Herrn um Rache auf euer Haupt schreien.? (Buch Mormon, Mormon 8:27 und 40)


 

Diese Verse bezogen sich ohne Zweifel auf die Freimaurei. Ether 8:23-25 scheint eine Warnung gegen die Freimaurerei zu sein:


 

Deshalb, o ihr nichtjüdischen Völker, ist es Gottes Weisheit gemäß, dass euch diese Dinge gezeigt werden, damit ihr dadurch für eure Sünden Buße tut und nicht zugebt, dass unter euch diese mörderischen Verbindungen überhand nehmen, die gegründet werden, um Macht und Gewinn zu erlangen – und das Werk, ja, das Werk der Vernichtung über euch komme...zu eurem Untergang und Verderben... wenn ihr diese Dinge duldet.

Wenn ihr daher seht, dass diese Dinge unter euch kommen, dann gebietet euch der Herr, wegen dieser GEHEIMEN VERBINDUNG, die unter euch sein wird, zu einem Gefühl eurer schrecklichen Lage zu erwachen, sonst wehe jener Verbindung, wegen des Blutes derer, die erschlagen wurden; denn sie schreien aus dem Staube um Rache über sie und über die, welche sie aufbauten.

Denn es wird geschehen, wer sie aufbaut, der sucht die Freiheit aller Länder, Völker und Nationen zu vernichten; und diese Verbindung bringt den Untergang aller Menschen herbei... (Ether 8:23-25)


 

Diese Warnung erinnert uns an die Worte, die George Washington zugeschrieben werden: „ Habt Acht vor GEHEIMEN VERBINDUNGEN.“ (The Morgan Investigator, 29. März 1827) Die Worte „ GEHEIME VERBINDUNGEN“ findet man im Buch Mormon an folgenden Stellen: 2. Nephi 9:9, 26:22; Alma 37:30-31; Helaman 3:23; 3. Nephi 4:29; Mormon 8:27; Ether 8:19, 22, 9:1, 13:18, 14:8, 10. Diese Worte wurden häufig in Bezug auf die Freimaurei benutzt. Tatsächlich sprechen Zeitungen, die in Joseph Smiths Nachbarschaft veröffentlicht wurden, von „GEHEIMEN VERBINDUNGEN“ (siehe Wayne Sentinel, 18. Juli 1828, und Palmyra Freeman, 10. November 1829). Der Wayne Sentinel für den 18. Juli 1828 verwendet die Worte „GEHEIME GESELLSCHAFTEN“ und der Palmyra Freeman. 2. Dezember 1828, nennt die Freimaurer eine „GEHEIME GESELLSCHAFT“. Das Buch Mormon verwendet die Worte „GEHEIME GESELLSCHAFT“ an folgenden Stellen: 2. Nephi 3:9; Ether 9:6, 11:22).

Die Freimaurer wurden manchmal beschuldigt, eine „BANDE“ zu sein und es wurde behauptet, dass eines ihrer Ziele die „PLÜNDERUNG“ wäre (Wayne Sentinel, 26. Sept. 1828). Das Buch Mormon spricht von der „BANDE Gadiantons“ (Helaman 11:10), die „mordeten und PLÜNDERTEN“ (Helaman 11:25).

Das Wort „GILDE“ wurde oft in Bezug auf die Freimaurei verwendet. Das Buch Mormon erzählt uns, dass Gadianton „Experte war, viele Worte zu machen, und auch Experte in seiner GILDE war“ Helaman 2:4).

Die Freimaurer behaupteten, dass ihre Zeremonien auf „ALTE“ Zeiten zurückgingen (Masonry Exposed, Seite 68). Das Buch Mormon zitiert Giddianhi (einen bösen Mann) wie folgt:


 

Und seht, ich bin Giddianhi, der Führer dieser geheimen Vereinigung Gadiantons, und ich weiß, dass diese Vereinigung und ihre Werke gut sind; sie sind von HOHEM ALTER und sind auf uns herabgekommen.“ (3.Nephi 3:9)


 

Im freimaurerischen Ritual hat der Kandidat „einen Strick um seinen Hals, der Kabel-Schlepptau genannt“ wird (Freemasonry Exposed, Seite 18). Im Buch Mormon 2. Nephi 26:22 lesen wir: „Und es bestehen auch geheime Verbindungen... nach der Art der Verbindungen des Teufels;...und er leitet sie beim Halse mit einem Flachsstrick...“

In ihren Zeremonien tragen die Freimaurer „EIN LAMMFELL oder eine weiße Schürze“(Freemasonry Exposed, Seite 24). 3. Nephi 4:7 gemäß trugen die Gadiantonräuber „EIN LAMMFELL um ihre Hüften“ (3. Nephi 4:7).

Walter Franklin Prince schlug vor, dass der Name Mormon aus der Kontroverse über William Morgans Verschwinden abgeleitet worden sein könnte:


 

Es ist jetzt ausreichend bewiesen, dass der Autor des Buches Mormon zur Zeit, als er es schrieb, mächtig von der Vorstellung und den Emotionen besessen war, die die Volksbewegung charakterisierte, die sich im westlichen New York 1826 beginnend zuletzt in derselben Region auch wieder legte. Welches Wort würde sich unauslöschbar in solch ein Bewusstsein festsetzen als nur der Name MORGAN selbst?... da genau 'Morgan' das Hauptwort des vorstellungsmäßigen und emotionalen Komplexes ist, von dem wir gesprochen haben, ist also Mormon, einer der widerspiegelnden Namen,... auch der Name der Erdichtung als Gesamtes.“ (The American Journal of Psychology, Bd. 28, S. 378-379)


 

Fawn Brodie weist darauf hin, dass ein Körper, der an der Küste des Ontario-Sees gefunden wurde zuerst als jener William Morgans identifiziert wurde. Später fand man heraus, dass es der Körper von Timothy Monroe war. Mrs. Brodie meint, dass Joseph vielleicht „die ersten Silben von Morgan und Monroe kombiniert“ haben könnte, um daraus Mormon zu erschaffen (No Man Knows My History, Seite 64). Wir meinen, dass dies ein sehr guter Gedanke ist, denn der Wayne Sentinel benutzt in einem Artikel, veröffentlicht am 2. November 1827, beide Namen:

 

"The investigation commenced at Gaines
last Saturday was resumed on Monday at
Batavia. where the body, being disinter-
red, was with the clothing, submitted
for the third time to a jury. The result
nullifies the verdict of the proceeding jury
by showing the body to be—NOT MOR-
GAN'S but TIMOTHY MONRO'S."

Die Untersuchung, die letzten Samstag in Gaines begann, kam am Montag in Batavia zu einem Ergebnis, wo der wieder ausgegrabene Körper mit der Kleidung zum dritten Mal einem Gericht vorgestellt wurde. Das Ergebnis macht das Urteil der Staatsanwaltschaft zunichte, indem es zeigte, dass der Körper NICHT MOR-GANS sondern TIMOTHY MONROS ist.“


 

Die Namen Morgan und Monroe (der Wayne Sentinel buchstabiert ihn Monro) wurden im Original mit Großbuchstaben geschrieben und der Name Morgan wurde nach der ersten Silbe genau dort gebrochen, wie wir es gezeigt haben. Es wäre für Joseph Smith einfach gewesen, die erste Silbe in MORgan mit der ersten Silbe in MONroe zu verbinden und daraus den Namen MORMON zu machen. Es ist interessant, dass Joseph Smith behauptete, dass der Name „Mormon“ aus zwei Wörtern zusammengesetzt wurde. Er erklärte, dass der letzte Teil des Wortes – d. h. „mon“ - ein „ägyptisches“ Wort sei, das „gut“ bedeutet, und „mit dem Zusatz von 'more' [mehr] oder der Verkürzung 'mor' haben wir das Wort MORMON, was buchstäblich mehr gut (also 'besser') bedeutet.“ (Times and Seasons, Bd. 4, S. 194) Ein Mann, der unser Buch Changes in Joseph Smith's History gelesen hatte, machte in Bezug auf diese Sache folgende Bemerkungen: „Smith behauptete, dass das Wort 'Mormon' aus dem ägyptischen Wort 'mon' (von dem er sagte, dass es 'gut' bedeute) und dem englischen Wort 'more', verkürzt auf 'mor', gebildet wurde (was zusammen 'mehr gut' bedeutet). Wie ist dies möglich, wenn es doch kein ägyptisches Wort 'mon' gibt, das gut bedeutet. Selbst, wenn es ein solches ägyptisches Wort gäbe, wie könnte es mit einem englischen Wort hier auf dem amerikanischen Kontinent irgendwann vor 400 n. Chr. verbunden worden sein? Die englische Sprache entwickelte sich erst im Mittelalter und war dem antiken Nahen Osten völlig unbekannt.“ In einem Brief vom 1. April 1965 schrieb derselbe Mann: „Ich möchte einige Worte über Smiths Definition des Wortes 'Mormon' hinzufügen... der Teil, auf den ich mich bezogen hatte, ist, wie ich es verstehe, in der heutigen Kirchengeschichte ausgelassen worden. Während ich in der Promovierungsabteilung an der John-Hopkins-Universität war, machte ich es zu einem Thema und fragte Dr. William F. Albright, ob es irgendein ägyptisches Wort 'mon' gäbe, das 'gut' bedeutet oder eine solche Bedeutung hat und ihm etwas ähnelt. Dr. Albright ist einer der führenden Autoritäten der Welt für den antiken Nahen Osten und verstand Ägyptisch und bot Kurse darin an. Er versicherte mir, dass es solch ein Wort nicht gäbe. Ich schrieb Dr. Sperry über dieses Problem und er versicherte mir, dass er für dieses Problem 'keine Antwort aus dem Ärmel schütteln' könnte (siehe beigefügten Brief). Zur Zeit, als Smith seine Definition abgab, erarbeitete sich Champollion gerade das System der ägyptischen Hieroglyphen, somit konnte, soweit Smith es wusste, ihm niemand widersprechen. Aber es hätte auch ohne eine Kenntnis von Ägyptisch offensichtlich sein müssen, dass ein ägyptisches Wort nicht mit einem englischen Wort hätte kombiniert werden und hier in Amerika (da es im Buch Mormon benutzt wird) vor 400 n. Chr. auftreten können, da es Englisch erst einige Jahrhunderte später gab.“

Joseph Smiths Buch Moses – wie es in modernen Ausgaben der Köstlichen Perle veröffentlicht wird – enthält ebenfalls Material, das die Kontroverse in Bezug auf die Freimaurerei widerspiegelt:

weiter
 


Tempelarbeit

Dieses Kapitel wird später durch das gleichnamige Kapitel aus "Mormonismus - Schatten oder Wirklichkeit?" ersetzt
Der Tempel

Der Verfasser schildert seinen ersten Durchgang durch den Tempel. Hierbei werden der vollständige Endowmenttext aufgeführt und die Handlungen der damaligen Zeit (1974) beschrieben.
Tempelritual geändert

Dieser Artikel des Salt Lake City Messenger Nr. 75 schildert die großen Änderungen im Tempelendowment im April 1990 und beleuchtet die Hintergründe, die dazu geführt haben könnten.
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