GEHEIMNISSE SICKERN NACH AUSSEN

 

Joseph Smith schwur diejenigen, die an den Endowments teilnahmen, auf Geheimhaltung ein, aber wegen seiner Ausübung der Vielehe und anderer Lehren, die er lehrte, entfremdeten sich viele Anhänger von der Mormonenkirche und einige von ihnen offenbarten den Inhalt des Rituals. Ein Bericht wurde schon am 15. April 1846 im Warsaw Signal veröffentlicht. … McGee Van Dusen und seine Frau legten 1847 die Tempelzeremonie offen und ihr Bericht wurde mehrere Male gedruckt. Viele andere Bloßstellungen wurden im 19. Jahrhundert gedruckt. Wie wir schon zuvor anmerkten, fand die Reed-Smoot-Untersuchung direkt nach der Jahrhundertwende statt. Damals wurden viele Leute, die durch das Ritual gegangen waren in Bezug auf ihren Inhalt befragt. Während eine Anzahl sich weigerte, darüber zu sprechen, redeten andere über das, was im Tempel vor sich ging. Ihre Aussage wurde von der Regierung der Vereinigten Staaten in vier Bänden gedruckt.

1889 wurden John Moore und W. J. Edgar die Bürgerschaft verweigert, weil man glaubte, dass sie „einen Eid oder die Verpflichtung“ auf sich genommen hätten, „der nicht mit dem Eid der Bürgerschaft vereinbar ist…“ Wie bei der Reed-Smoot-Untersuchung wurden Mormonen, oder die früher Mormonen gewesen sind, aufgerufen, in Bezug auf die Tempelzeremonie auszusagen. Im „Temple Lot Case“, eine Erörterung zum Grundstück, auf das ein Tempel gebaut werden sollte, wurde zusätzliche Information in Bezug auf das Ritual geliefert. Vieles von diesen Aussagen erscheint in einem großen Band mit dem Titel The Temple Lot Case.

Am 12. Februar 1906 druckte der Salt Lake Tribune das Tempelritual und 1931 veröffentlichte W. M. Paden einen Bericht von der Endowmentzeremonie in Temple Mormonism – Its Evolution, Ritual and Meaning. 1964 druckte William J. Whalen die Zeremonie (siehe Latter-Day Saints in the Modern Day World) und zwei Jahre später veröffentlichte John L. Smith, ein Baptistengeistlicher, das Ritual in I Visited the Temple. 1964 machten wir einen Neudruck von Padens Veröffentlichung von 1931 in Bezug auf die Tempelzeremonie. Wir hatten aber den Verdacht, dass es über die Jahre einige Änderungen gegeben hatte. Da wir den möglichst akkuratesten Bericht veröffentlichen wollten, ließen wir ein Ehepaar, das ungefähr fünfzigmal durch den Tempel gegangen war, Padens Arbeit revidieren. Später hörte aber ein Mann, der schätzungsweise 120mal durch den Tempel gegangen war, dass wir die Veröffentlichung des Rituals vorbereiteten und er meinte, dass es wichtig wäre, dass der Welt der akkurateste Bericht, der möglich ist, der Welt gegeben werden sollte. Deshalb half er freiwillig die Zeremonie auf den neuesten Stand zu bringen. Wir veröffentlichten 1969 diesen Bericht in Bd. 1 von Mormon Kingdom und später banden wir diesen selben Bericht in unser Buch Mormonism – Shadow or Reality? ein. Zehntausende von Kopien sind seither in der ganzen Welt verteilt worden. Wir hatten das Gefühl, dass Mormonen das Recht haben sollten, zu wissen, auf was sie sich einlassen, bevor sie auf die Geheimhaltung eingeschworen werden und an der Ausführung der Strafen teilhaben müssen. Obwohl wir das Gefühl hatten, dass wir dem Mormonenvolk einen wichtigen Dienst erwiesen, waren viele Leute darüber entsetzt, dass wir das Ritual abdrucken wollten. Trotzdem bestätigte eine Reihe von Mormonengelehrten, dass wir einen äußerst akkuraten Bericht über die Zeremonie erstellt hatten. Viele Mormonen hatten Schwierigkeiten zu glauben, dass Gott jemandem gestattete, das Ritual zu reproduzieren, und sie fanden es schwer zu glauben, dass tatsächlich eine gedruckte Kopie existierte. In der Los Angeles Times schreibend kommentierte John Dart am 5. Mai 1990: „Einige aufrichtige Mormonenbeamte haben in Interviews zugegeben, dass das gesamte heilige Ritual vor Jahren von den Kirchenkritikern Jerald und Sandra Tanner aus Salt Lake City veröffentlicht wurde.“

 

Die Öffentliche Bibliothek Salt Lake Citys erhielt eine Anzahl von Kopien des Mormonism – Shadow or Reality? Aber unglücklicherweise gab es ein ständiges Problem mit Leuten, die die Seiten ausrissen oder ausschnitten, die sich auf das Tempelendowment bezogen. Einige Leute fragten sich, ob die Kirche uns erlauben würde, weiterhin das Ritual zu veröffentlichen. Wir teilten dieselbe Besorgnis, aber, wie sich zeigte, erlaubten uns die Mormonen, mit der Ausübung unserer Religions- und Pressefreiheit fortzufahren.

 

Auf jeden Fall, so weit es die Mormonenkirche betrifft, wandelte sich die Situation von „schlecht“ zu „schlimmer“. Ungefähr elf Jahre nach unserer Veröffentlichung der Zeremonie, druckten Bob White und Gordon H. Fraser das Ritual in einer Broschüre mit dem Titel What’s Going on in Here? Später veröffentlichten Chuck und Dolly Sackett eine Broschüre mit einem ähnlichen Titel What’s Going on in There? Die Sackett-Broschüre stimmte mit jenem auf Seite 4 des Heftes überein, wo sie behaupten, dass ihr Druck von einer Tonbandaufzeichnung abgeschrieben wurde, die innerhalb des Tempels während einer Endowmentzeremonie aufgenommen wurde. Während Mormonen Anstand und Sitte von irgendeiner geheimen Aufzeichnung der Zeremonie in Frage stellten, schien niemand daran zu zweifeln, dass die Tonbandaufzeichnung wirklich gemacht worden war. Die Sacketts, die vorher tief in Genealogie und Tempelarbeit für die Kirche eingebunden waren, gingen einen Schritt weiter und begannen, Kopien der Tonbandaufzeichnung anzufertigen, so dass andere tatsächlich hören konnten, was innerhalb des Tempels vor sich ging. Diese Tonbänder wurden weit verbreitet und sogar in Radiosendern abgespielt. Ein weiteres Mitglied der Mormonenkirche zeichnete heimlich das Tempelritual im Provo-Tempel auf und eine stattliche Anzahl von Kopien dieses Tonbandes ist ebenfalls verbreitet worden. Viele andere haben Material veröffentlicht oder Filme in Bezug auf das Endowmentritual gemacht. Andere haben noch Vorträge darüber abgehalten. Die zunehmende Häufung aller Audio- und Videobänder, Lektionen, Radioprogramme, Filme und gedruckte Kopien von der Zeremonie, die der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich sind, hat die Mormonenführer in eine sehr schlimme Lage gebracht. Sie hatten früher behauptet, dass das Tempelritual so heilig wäre, dass Gott das Wissen darüber von der Welt fernhielt. Apostel Bruce R. McConkie verkündete: „So heilig sind die Handlungen, die vollzogen werden, dass in jedem Zeitalter, in dem sie offenbart worden sind, der Herr sie der Kenntnis der Welt entzogen und sie nur den getreuen Heiligen in Häusern und Orten eröffnet hat, die für diesen Zweck geweiht und ausgewählt worden sind.“ (Mormon Doctrine, S. 227)

Für einen Außenseiter erscheint es so, als hätten die Mormonenführer und der Gott, dem sie dienen, jede Kontrolle über die Ausstreuung der Zeremonie verloren. Der Inhalt des Rituals ist bis an das Ende der Welt verstreut worden. Viele Nichtmormonen wissen jetzt weit mehr über das Endowment als der Durchschnittsmormone. Nur Erwachsenen ist es gestattet, durch den Tempel zu gehen und gemäß dem Kirchenteil der Mormonenzeitung Deseret News, 16. Jan. 1982 „sind zwei Drittel der Erwachsenen Mitglieder noch nicht das erste Mal durch den Tempel gegangen, sagte Elder W. Grant Bangerter, Exekutivdirektor der Tempelabteilung…“ Dieselbe Ausgabe der Kirchenzeitung bemerkte auch, dass Bangerter sagte: „Durch die Geschichte der Kirche… haben nur ein Viertel der Mitglieder das Endowment erhalten…“ Es ist sicherlich Ironie, dass man jetzt leicht eine nichtmormonische Publikation wie Mormonism – Shadow or Reality? oder What’s Going On In There? Beziehen und mehr in wenigen Minuten herausfinden kann als die meisten Mormonen während ihrer Lebenszeit erfahren! Ferner scheint das der Öffentlichkeit zugängliche Material zu wuchern, während die Mormonenkirche wächst.

Die Mormonenführer sehen sich nicht nur dem Versuch gegenüber, die Verfügbarkeit einer Zeremonie zu erklären, von der sie früher behaupteten, dass sie „der Kenntnis der Welt“ entzogen wurde, sondern sie werden es auch schwierig finden, zu erklären, warum Gott seinen heiligen Tempel nicht vor denjenigen schützte, die Tonbandgeräte hineinbrachten, um die Zeremonie zu entblößen. Es ist allgemeiner Glaube unter den Mormonen gewesen, dass Gottes Hand den Tempel und seine Rituale beschützt. Ezra Taft Benson, der gegenwärtig der Prophet der Kirche ist, erklärte: „Ich denke, der Tempel ist der heiligste Flecken auf der Erde… Tempel sind Orte persönlicher Offenbarung.“ (The Teachings of Ezra Taft Benson, S. 250-251) Man würde denken, dass Betrüger entdeckt werden würden, wenn der Geist des Herrn freizügig im Tempel fließt. Im Alten Testament, 2. Chroniker 26:17-21, lesen wir die Geschichte eines bösen Königs namens Usija, der „in den Tempel ging, um auf dem Rauchopferaltar dem Herrn ein Rauchopfer darzubringen“. Er wurde gewarnt, dass nur den Priestern, die „geweiht sind, um Brandopfer darzubringen“, solches gestattet war. Als er darauf bestand, wurde er vom Herrn mit „Aussatz geschlagen“ und war „bis zum Tage seines Todes ein Aussätziger“.

Der Mormonenapostel Bruce R. McConkie behauptete, dass „die Unterscheidung der Geister auf die präsidierenden Beamten in Gottes Königsreich ausgegossen ist; es ist ihnen gegeben, alle Gaben und Geister zu unterscheiden, damit nicht jemand unter die Heiligen käme und täusche… Es gibt kein vollkommenes Wirken der Macht der Unterscheidung ohne Offenbarung. Hierdurch werden ‚sogar die Gedanken und Absichten des Herzens’ bekannt gemacht“. Apostel Mathias F. Cowley erzählte, wie die Gabe der Unterscheidung den Tempel schützte: „An einem von drei Tagen, während denen die Einweihungsfeierlichkeiten des Logan-Tempels abgehalten wurden, erblickte Präsident John Taylor in der Menge eine Frau, die er nicht kannte, aber er machte Präsident Card auf sie aufmerksam und sagte: ‚Lassen Sie diese Frau nicht in die Versammlung kommen; sie ist nicht würdig.’… Bruder Card sagte zu Präsident Taylor: ‚Sie hätte ohne einen Empfehlungsschein nicht am Türwächter vorbei gekonnt.’ Präsident Taylor erwiderte: ‚Das spielt keine Rolle; sie ist nicht würdig.’… Bruder Card brachte sie zurück und traf sich später mit ihr… sie sagte, dass es einen Mann in der Gemeinde gab, der für einen Empfehlungsschein nicht würdig war, aber der Bischof gab ihm einen… Diese Frau traf zufällig diesen Mann auf der Straße und er fragte sie, ob sie gern zur Einweihung gehen würde… Sie bejahte, aber sie könnte keine Empfehlung bekommen. Er sagte: ‚Ich habe eine Empfehlung und ich werde sie Ihnen für einen Dollar geben.’ Und so bekam sie ihre Empfehlung, indem sie diesen Betrag bezahlte.“ (Temples of the Most High, S. 100) Man würde denken, wenn die Tempel von Gott beschützt würden und die heutigen Mormonenbeamten wirklich durch Offenbarung geleitet wären, dass diejenigen, die von der Täuschung Gebrauch machen, um Tonbandaufzeichnungen zu erhalten, um die Endowmentzeremonie zu entblößen, vom Gericht Gottes getroffen oder dass zumindest ihre schändlichen Pläne, die Kirche unglaubwürdig zu machen, durchkreuzt werden würden. Die Sacketts berichten aber folgendes: „Die Tonbandaufzeichnung des Mormonen-Tempelendowments… wurde im Los-Angeles-Mormonentempel aufgenommen und wurde bewerkstelligt, indem ein persönlicher Kassettenrekorder im Taschenformat von einem der Patrons benutzt wurde… Der Patron… betrat den Tempel, indem er seinen eigenen, persönlichen Tempelempfehlungsschein benutzte… Er wurde von mehreren bekannten Tempelarbeitern begrüßt, die offensichtlich nichts von seiner Exkommunikation aus der Mormonenkirche wussten, die auf seine Bitte hin einige Monate zuvor stattgefunden hatte. Eines der Ziele dieses räuberischen Einfalls war es, die wohlbekannte Mormonenbehauptung von göttlich unterstützter Tempelsicherheit auf die Probe zu stellen… Im Gegensatz zum populären Mormonenglauben, schien nicht eine Person im Tempel im Geringsten geistig oder übernatürlich von der Gegenwart eines unter ihnen alarmiert zu sein, den sie als ‚Abgefallenen’ oder ‚Sohn des Verderbens’ einstufen. Beim Verlassen wurde der Patron von einem Mitglied der Tempelpräsidentschaft ermutigt, doch bald wieder zu kommen.“ (What’s Going On In There? S. 4)

 

Wenn wir an dieses Ereignis mit dem Kassettenrekorder denken, müssen wir einfach an ein Bild von Mark Hofmann denken, der Mann, der Mormonendokumente fälschte und in der Gegenwart vom 12. Propheten der Kirche, Spencer W. Kimball, und vier der Apostel stand. Auf dieser Fotographie, die wir in unserem Buch Tracking the White Salamander, S. 73, reproduziert haben, scheinen der Prophet und die Apostel sorgfältig das untersuchen, was angeblich die eigenhändige Abschrift des Propheten Joseph Smith von den Schriftzeichen sein sollte, die auf den Goldplatten des Buches Mormon gefunden wurden.

ein Bild


Dieses Dokument war natürlich eine Fälschung, aber die Mormonenführer standen dieser Tatsache vollkommen ahnungslos gegenüber. Mr. Hofmann traf sich weiterhin ungefähr vier Jahre lang mit den Kirchenführern, mit der ausdrücklichen Absicht, sie zu betrügen, so dass sie ihm eine große Menge Geld als Gegenleistung für die gefälschten Dokumente geben würden. Die Kirchenführer konnten aber nicht den bösen Plan erkennen, den Hofmann in seinem Herzen hatte. Während die Mormonenführer behaupten, dieselben Mächte zu haben, wie die Apostel vor alters in der Bibel, passt ihr Vorgehen in Bezug auf Mark Hofmann sicher nicht mit Apostel Petrus zusammen, als er Ananias und Sapphira bei ihrem Versuch ertappte, die Kirche in Bezug auf eine finanzielle Sache zu täuschen: „Aber Petrus sagte: Ananias, warum Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belügst und einen Teil des Geldes für das Land zurück behältst?“ (Apg. 5:3)

 

Von der Zeit an, als das Endowmentritual zum ersten Mal in Nauvoo offenbart wurde, haben die Mormonenführer gefürchtet, dass der Inhalt der Zeremonie bekannt werden würde. Es scheint jetzt, dass all ihre Bemühungen, das Verbreiten der Kenntnis in Bezug auf die Endowmentzeremonie aufzuhalten, vergebens gewesen ist.

Tempelarbeit

Dieses Kapitel wird später durch das gleichnamige Kapitel aus "Mormonismus - Schatten oder Wirklichkeit?" ersetzt
Der Tempel

Der Verfasser schildert seinen ersten Durchgang durch den Tempel. Hierbei werden der vollständige Endowmenttext aufgeführt und die Handlungen der damaligen Zeit (1974) beschrieben.
Tempelritual geändert

Dieser Artikel des Salt Lake City Messenger Nr. 75 schildert die großen Änderungen im Tempelendowment im April 1990 und beleuchtet die Hintergründe, die dazu geführt haben könnten.
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