JEHOVA: Es soll geschehen, Elohim.

Petrus, Jakobus und Johannes, stellt Adam und seine Nachkommenschaft am Schleier vor, wo wir ihnen den Namen des Zweiten Kennzeichens des Melchisedekischen Priestertums, des Patriarchalischen Griffes oder des Sicheren Zeichens des Nagels geben wollen, in Vorbereitung ihres Eintretens in unsere Gegenwart.

PETRUS: Es soll geschehen, Jehova. Kommt, Jakobus und Johannes, wir wollen sie am Vorhang vorstellen.

Brüder und Schwestern, wir sind beauftragt, Sie am Vorhang vorzustellen, wo Sie den Namen des Zweiten Kennzeichens des Melchisedekischen Priestertums, des Patriarchalischen Griffes oder des Sicheren Zeichens des Nagels empfangen sollen, in Vorbereitung Ihres Eintretens in die Gegenwart Gottes.


Belehrung am Schleier

 

(Folgende Belehrungen werden nur gegeben, wenn es Anwesende gibt, die ihr eigenes Endowment empfangen oder wenn der Endowmentraum voll ist und zusätzliche Zeit nötig ist, um den Kandidaten am Schleier vorzustellen.)

 

PETRUS: Nun wird eine Lektion gegeben, die die Anweisungen, Verordnungen und Bündnisse zusammenfasst und auch die Kennzeichen mit ihren Schlüsselwörtern, Zeichen und Strafen, die zum Endowment gehören und die sie so weit empfangen haben. Sie sollten sich zu erinnern versuchen und alles, was Sie gehört und gesehen haben und in diesem Haus noch hören und sehen mögen, im Herzen bewahren. Der Zweck dieser Lektion ist es, Ihnen zu helfen, sich an das zu erinnern, was Ihnen heute beigebracht  worden ist.

Sie müssen daran denken, dass Sie einer feierlichen Verpflichtung unterstellt sind, außerhalb des Tempels des Herrn niemals über die Dinge zu sprechen, die Sie an diesem heiligen Ort sehen und hören.

 

Sprecher:

Brüder und Schwestern, die Verordnungen des Endowments, wie hier vollzogen und die den Menschenkindern lange Zeit vorenthalten wurden, gehören zur Dispensation der Fülle der Zeit und sind offenbart worden, um die Menschen für die Erhöhung im Celestialen Reich vorzubereiten, wo Gott und Christus wohnen. Die tiefe Bedeutung der Ewigen Wahrheiten, die das Endowment ausmachen, sind in kurzen Anweisungen und durch symbolische Darstellungen angedeutet worden. Wenn Sie gebetsvolle und ernsthafte Gedanken auf das Heilige Endowment verwenden, werden Sie das Verständnis und den Geist des Werkes empfangen, das in den Tempeln des Herrn getan wird. Das Vorrecht, hier für die Toten zu arbeiten, gestattet uns, den Tempel immer wieder zu betreten und unser Gedächtnis aufzufrischen und unser Verständnis über das Endowment zu erweitern.

Sie sind erst gewaschen und gesalbt worden, ein Garment wurde Ihnen angezogen und ein Neuer Name wurde Ihnen gegeben. An diesen Namen sollten Sie sich immer erinnern; aber Sie dürfen ihn niemals irgendjemandem offenbaren, außer am Schleier. Sie haben dann diesen Raum betreten. Hier hörten Sie Stimmen von Personen, die den Rat der Götter Elohim, Jehova und Michael repräsentierten. Elohim sagte: „Siehe, dort unten ist ungeordnete Materie, geht hinunter und formt sie zu einer Welt, wie die anderen Welten, die zuvor geformt wurden.“ Während die Erschaffung der Erde voranschritt, hörten Sie die Gebote und Berichte der Personen, die die Götter repräsentierten.

Wenn wir getreu sind, werden wir das Celestiale Reich betreten und dort die Götter des Himmels hören und erkennen. Sie sind vollkommen, wir sind unvollkommen, sie sind erhöht, wir können die Erhöhung erlangen.

Unsere Geister lebten einmal bei Gott, aber jedem von uns wurde das Vorrecht gegeben, auf diese Erde zu kommen und einen Körper anzunehmen, so dass der Geist eine Behausung haben könnte, in der er wohnen könnte.

Michael, einer aus dem Rat der Götter, wurde der Mensch Adam, dem die Frau Eva gegeben wurde. Adam erinnerte sich aber nicht an sein Leben und Wirken im Rat. So ist es mit uns allen. Wir kamen in die Welt ohne Erinnerung an unser vorheriges Dasein.

Wir folgten dann Adam und Eva in den Garten, wo Elohim dafür sorgte, dass sie freizügig von allen Früchten des Gartens essen konnten, mit Ausnahme von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse. Er verbot ihnen, von dieser Frucht zu genießen und sagte, dass sie an dem Tag, wann sie es täten, gewiss sterben würden. Als Adam und Eva im Garten allein gelassen wurden, erschien Satan und versuchte sie. Eva gab der Versuchung nach, genoss von der Frucht und bot sie Adam an. Adam hatte der Versuchung Satan widerstanden, aber als Eva ihm die verbotene Frucht anbot, aß er davon, damit sie gemeinsam fortfahren und die menschliche Rasse verewigen könnten. Adam und Eva verstanden nun, dass es Luzifer war, der sie in Versuchung geführt hatte. Sie schämten sich. Als sie ihre Nacktheit bemerkten und die Stimme des Herrn hörten, machten sie sich Schürzen aus Feigenblättern und verbargen sich. Sie hatten gelernt, dass alle Dinge ihren Gegensatz haben, so wie Gut und Böse, Licht und Finsternis, Freude und Leid. Der Herr betrat wieder den Garten, Adam und Eva gestanden ihren Ungehorsam. Der Herr verfluchte Satan und warf ihn aus dem Garten hinaus, und der Herr gebot: „Lasst uns Cherubim und ein flammendes Schwert aufstellen, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen, damit Adam nicht seine Hand ausstrecke und von dieser Frucht genieße und in seinen Sünden ewig lebe.“

Vor ihrem Weggang wurden ihnen aber Anweisungen gegeben. Sich an Eva wendend sagte der Herr: „Weil du auf die Stimme Satans gehört und von der verbotenen Frucht genossen und sie Adam gegeben hast, werde ich deinen Schmerz und deine Empfängnis mehren. In Schmerzen sollst du Kinder hervorbringen, trotzdem kannst du durch Kindergebären bewahrt werden. Dein Begehren soll nach deinem Manne sein und er soll über dich in Rechtschaffenheit herrschen.“ Zu Adam sagte der Herr: „Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und von der verbotenen Frucht genossen hast, soll die Erde um deinetwillen verflucht sein. Statt Früchte und Blumen von selbst hervor zu bringen, soll sie Dornen, Disteln, Dorngestrüpp und schädliches Unkraut hervorbringen, um den Menschen zu quälen und zu plagen. Und beim Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen dein Leben lang, denn aus Staub bist du und zu Staub sollst du zurückkehren.“

Auf Gebot hin versorgte Jehova Adam und Eva mit Kleidern aus Häuten, um sich zu bedecken. Das Garment, das Ihnen angelegt wurde, als Sie gewaschen und gesalbt worden waren, repräsentiert die Kleidung aus Häuten oder die Bedeckung von Adam und Eva. Ihnen wurde auch versprochen, dass ihnen mehr Licht und Erkenntnis gegeben werden würde.

Das Gesetz des Gehorsams wurde dann Adam und Eva gelehrt und von ihnen angenommen. Eva gelobte Adam, dass sie hinfort dem Gesetz ihres Mannes gehorchen und auf seinen Rat in Rechtschaffenheit hören würde; und Adam gelobte dem Herrn, dass er dem Herrn gehorchen und seine Gebote halten würde. Sie gelobten ebenso, dem Gesetz des Gehorsams nachzukommen. Das Gesetz des Opferns, samt dem Gesetz des Gehorsams, wie sie im Alten und Neuen Testament der Bibel enthalten sind, wurden Adam als nächstes präsentiert, und Sie wurden ebenfalls dem Bündnis unterstellt, sie zu beachten. Das Gesetz des Gehorsams und des Opferns beinhaltet die Verheißung des Erlösers, des Einziggezeugten des Vaters, der voller Gnade und Wahrheit ist und der durch Sein Opfer der Erretter der Menschheit geworden ist. Alle Dinge sollten im Namen des Sohnes getan werden. Ein Engel des Herrn erklärte dies Adam, dem das Vorrecht gegeben wurde, seinen Gehorsam durch das Darbieten von Opfergaben dem Herrn gegenüber zu zeigen, als Gleichnis für das Opfer Jesu Christi. Später lebte das Volk Israel unter diesem Gesetz, das bis zum Tod Jesu Christi in Kraft blieb.

Das Erste Kennzeichen des Aaronischen Priestertums samt dem Namen, Zeichen und der Strafe wurde Ihnen gegeben; und Ihnen wurde gesagt, dass der Name des Kennzeichens Ihr Neuer Name oder der Neue Name des Toten ist, falls Sie für den Toten amtieren. Die heilige Natur des Kennzeichens des Priestertums wurde zu diesem Zeitpunkt sorgfältig erklärt. Sie wurden dem feierlichen Bündnis unterstellt, diese Kennzeichen samt ihren Namen, Zeichen und Strafen  niemals zu offenbaren, nicht einmal unter Todesandrohung. Ihnen wurde gesagt, dass die Ausführung der Strafen, verschiedene Arten andeuten, wie das Leben genommen werden kann; dann wurden Adam und Eva aus dem Garten in das Telestiale Reich oder die einsame und öde Welt getrieben, die Welt, in der wir jetzt leben. Dort brachte Adam ein Gebet dar und sagte: „O Gott, höre die Worte meines Mundes!“ und wiederholte es dreimal. Satan erschien, behauptete, der Gott dieser Welt zu sein, und fragte Adam, was er wünschte. Adam antwortete, dass er auf Boten von seinem Vater wartete. Satan erklärte, dass bald ein Prediger kommen würde. Ein Mann, der einen Sektenprediger darstellte, erschien und predigte Lehren, die Adam nicht akzeptierte.

Petrus, Jakobus und Johannes wurden vom Herrn hinunter gesandt, um, ohne ihre Identität preiszugeben, in Erfahrung zu bringen, ob der Mensch Adam seinen Bündnissen getreu gewesen war. Sie fanden, dass er getreu gewesen war, und also berichteten sie. Sie wurden wiederum hinunter gesandt, dieses Mal in ihrer wahren Eigenschaft als Apostel des Herrn Jesus Christus, um Adam zu besuchen und ihm und seiner Nachkommenschaft in der Telestialen Welt Anweisungen zu geben. Bevor Sie die Menschen belehrten, trieben sie Satan hinaus. Das Gesetz des Evangeliums, wie im Buch Mormon und in der Bibel enthalten, wurde dann Adam und seiner Nachkommenschaft gegeben. Sie wurden unter das Bündnis gestellt, dem Gesetz des Evangeliums zu gehorchen und jede Leichtherzigkeit, lautes Gelächter, üble Rede gegen die Gesalbten des Herrn und den unnützen Gebrauch des Namens des Herrn zu vermeiden. Die Robe des Heiligen Priestertums wurde auf Ihre linke Schulter platziert, gemäß der Ordnung des Aaronischen Priestertums. Das Zweite Kennzeichen des Aaronischen Priestertums wurde Ihnen gegeben, samt seinem Namen, Zeichen und seiner Strafe; und Sie wurden informiert, dass der Name dieses Kennzeichens Ihr Vorname ist, oder der Vorname der Person, für die Sie amtieren. Die Robe des Heiligen Priestertums wurde dann auf die rechte Schulter gewechselt, wie zu alten Zeiten, als in den Verordnungen des Melchisedekischen Priestertums amtiert wurde. Mit der Robe auf der rechten Schulter haben Sie auch Vollmacht, wenn Sie in die Bischofschaft berufen werden, im Aaronischen Priestertum zu handeln. Sie wurden dann mit der Robe des Heiligen Priestertums auf der rechten Schulter in das Terrestriale Reich eingeführt. Das Gesetz der Reinheit wurde Ihnen dort in Deutlichkeit erklärt und sie wurden unter das Bündnis gestellt, diesem Gesetz zu gehorchen. Das Erste Kennzeichen des Melchisedekischen Priestertums, oder das Zeichen des Nagels, samt seinem Namen, Zeichen und seiner Strafe wurde Ihnen als nächstes gegeben. Ihnen wurde gesagt, dass der Name des Ersten Kennzeichens des Melchisedekischen Priestertums „der Sohn“ ist, wobei der Sohn Gottes gemeint ist.

Das Buch Lehre und Bündnisse wurde Ihnen samt dem Buch Mormon und der Bibel präsentiert, und Ihnen wurde das Gesetz  der Weihung erklärt, wie es im Buch Lehre und Bündnisse enthalten ist, und Sie empfingen das Gesetz durch ein Bündnis.

Das Zweite Kennzeichen des Melchisedekischen Priestertums, der Patriarchalische Griff, oder das Sichere Zeichen des Nagels, oder der Nagel an der sicheren Stelle, wurde Ihnen samt seinem Zeichen gegeben. Der Name dieses Kennzeichens wird Ihnen am Schleier gegeben werden. Dieses Kennzeichen nimmt Bezug auf die Kreuzigung des Erlösers. Als er ans Kreuz gebracht wurde, trieben die Kreuziger Nägel durch seine Handflächen, als sie dann befürchteten, dass das Körpergewicht die Nägel aus dem Fleisch reißen würde, trieben sie Nägel durch seine Handgelenke. Somit befindet sich das Zeichen des Nagels in der Handfläche und im Handgelenk das Sichere Zeichen des Nagels oder der Nagel an der sicheren Stelle. Sie sind nun im Endowment so weit fortgeschritten, dass Sie bereit sind, den Namen des Zweiten Kennzeichens des Melchisedekischen Priestertums zu empfangen und durch den Schleier in das Celestiale Reich zu gehen.

Die Schwestern in dieser Gruppe, die verheiratet und für Zeit und Ewigkeit gesiegelt werden sollen, sollten von ihren zukünftigen Gatten durch den Schleier geholt werden. Die anderen werden durch die regulären Tempelarbeiter durch den Schleier geholt.

Brüder und Schwestern, Sie werden heute die heiligen Verordnungen des Endowments empfangen haben; der Ewige Plan der Erlösung für den Menschen, während er aus dem vorirdischen Zustand an seinen zukünftigen hohen Platz im Celestialen Reich reist, ist Ihnen vorgestellt worden. Sie haben gelobt, all die Gesetze des Evangeliums zu befolgen, einschließlich der Gesetze des Gehorsams, des Opferns, der Reinheit und der Weihung, was eine Erhöhung bei den Göttern möglich macht; und Sie haben das Erste und das Zweite Kennzeichen des Aaronischen Priestertums erhalten, samt den Namen, Zeichen und Strafen dieser Kennzeichen, mit Ausnahme des Namens des Zweiten Kennzeichens des Melchisedekischen Priestertums, der Ihnen am Schleier gegeben werden wird. All dies wird für die Herrlichkeit, Ehre und für das Endowment der Kinder Zions getan.

Brüder und Schwestern, streben Sie danach, die herrlichen Dinge zu begreifen, die Ihnen heute präsentiert wurden. Kein anderes Volk auf Erden hat je dieses Vorrecht gehabt, es sei denn, sie haben die Schlüssel des Priestertums empfangen, die im Endowment gegeben werden.

Dies ist, was mit „Mysterien der Göttlichkeit“ bezeichnet wird, das, was sie befähigen wird, die Aussage des Erlösers zu verstehen, die er kurz vor seinem Verrat äußerte: „Dies ist das ewige Leben, dass sie den Einzigen Wahren Gott und Jesus Christus, den er gesandt hat, erkennen.“ Möge Gott Sie alle segnen, Amen.

 

Die Schleierzeremonie

 

(Zu diesem Zeitpunkt fordert ein Tempelarbeiter Reihe für Reihe die Anwesenden auf und dirigiert sie an die verschiedenen Abschnitte des Schleiers. Ein Arbeiter steht an jedem Abschnitt, um den Anwärter dem „Herrn“ vorzustellen, der sich auf der anderen Seite des Schleiers befindet. Der Arbeiter klopft dreimal mit dem Klöppel an.)

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HERR: Was wird gewünscht?

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ARBEITER: Adam, der in allen Dingen treu und standhaft war, wünscht mehr Licht und Erkenntnis, indem er mit dem Herrn durch den Schleier spricht [für und anstelle von _________, der verstorben ist].

(Die Person nennt dem Arbeiter den Namen des Verstorbenen und hält dann den Zettel mit dem Namen hoch, damit der Arbeiter ihn ablesen kann.)

HERR: Bringe ihn an den Schleier und sein Wunsch wird erfüllt.

(Der Herr gibt durch die Öffnung im Vorhang das Erste Kennzeichen des Aaronischen Priestertums.)

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HERR: Was ist das?

PERSON: Das Erste Kennzeichen des Aaronischen Priestertums.

HERR: Hat es einen Namen?

PERSON: Ja.

HERR: Willst Du ihn mir nennen?

PERSON: Ja, durch den Schleier.

 

(Die Person nennt den Neuen Namen. Der Herr gibt das Zweite Kennzeichen des Aaronischen Priestertums.)

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HERR: Was ist das?

PERSON: Das Zweite Kennzeichen des Aaronischen Priestertums.

HERR: Hat es einen Namen?

PERSON: Ja.

HERR: Willst Du ihn mir nennen?

PERSON: Ja, durch den Vorhang.

 

(Die Person nennt den ersten Vornamen der Person, für die die Tempelarbeit getan wird. Der Herr gibt das Erste Kennzeichen des Melchisedekischen Priestertums.)

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HERR: Was ist das?

PERSON: Das Erste Kennzeichen des Melchisedekischen Priestertums oder das Zeichen des Nagels.

HERR: Hat es einen Namen?

PERSON: Ja.

HERR: Willst Du ihn mir nennen?

PERSON: Ja, durch den Schleier: Der Sohn.

(Der Herr gibt das Zweite Kennzeichen des Melchisedekischen Priestertums.)

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HERR: Was ist das?

PERSON: Das Zweite Kennzeichen des Melchisedekischen Priestertums, der Patriarchalische Griff oder das Sichere Zeichen des Nagels.

HERR: Hat es einen Namen?

PERSON: Ja.

HERR: Willst Du ihn mir nennen?

PERSON: Das kann ich nicht. Ich habe ihn noch nicht erhalten. Aus diesem Grund bin ich gekommen, um mit dem Herrn durch den Schleier zu sprechen.

HERR: Du sollst ihn durch den Schleier erhalten.

 

(Der Herr und der Kandidat halten weiter den Griff, umarmen sich auf die Fünf Punkte der Gemeinschaft, indem sie ihre Arme durch die Markierungen des Zirkels und des Rechten Winkels stecken, die im Schleier ausgeschnitten sind. Der linke Arm des Kandidaten geht durch das Zeichen des Zirkels und der linke Arm des Herrn durch das Zeichen des Rechten Winkels.)

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HERR: Der Name des Kennzeichens ist: Gesundheit im Nabel, Mark in den Knochen, Kraft in den Lenden und in den Sehnen, Macht im Priestertum seien auf mir und auf meiner Nachkommenschaft durch alle Generationen der Zeit und in alle Ewigkeit.

 

(Der Herr lockert seinen Griff kurz, um einen erneuten Griff zu symbolisieren.)

 

HERR: Was ist das?

PERSON: Das Zweite Kennzeichen des Melchisedekischen Priestertums, der Patriarchalische Griff oder das Sichere Zeichen des Nagels.

HERR: Hat es einen Namen?

PERSON: Ja.

HERR: Willst du ihn mir nennen?

PERSON: Ja,auf die Fünf Punkte der Gemeinschaft durch den Schleier: Gesundheit im Nabel, Mark in den Knochen, Kraft in den Lenden und in den Sehnen, Macht im Priestertum seien auf mir und auf meiner Nachkommenschaft durch alle Generationen der Zeit und in alle Ewigkeit.

HERR: Das ist richtig.

 

(Der Herr und die Person beenden die zeremonielle Umarmung und der Arbeiter klopft dreimal mit dem Klöppel an.)

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HERR: Was wird gewünscht?

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ARBEITER: Adam, nachdem er mit dem Herrn durch den Schleier gesprochen hat, wünscht, in seine Gegenwart einzutreten.

HERR: Lass ihn eintreten.

 

(Der Schleier wird nun geteilt und der Herr nimmt den Kandidaten an der rechten Hand und zieht ihn sanft durch den Schleier in den Celestialen Raum.)

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Eine lange und ermüdende Sitzung. Nun ist Bewegung in den Terrestrialen Raum gekommen, immer wieder das Anklopfgeräusch an den Pfosten des Schleiers und ständiges Geflüster und Gemurmel am Schleier, während nach und nach alle Anwesenden nach Abschluss der Prozedur durch den Schleier gezogen wurden. Die Tempelarbeiter standen einem zur Seite, um einem den Wortlaut zuzuflüstern, weil kaum jemand sich den Text merken konnte. Die Frauen (als Eva angesprochen) wurden auf ihrer (linken) Seite, aber auch von einem männlichen Arbeiter durch den Schleier gezogen. Wer einer der ersten war, hatte auf der anderen Seite im Celestialen Raum ein wenig Zeit zur Besinnung.

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Dieser Raum soll das Celestiale Reich präsentieren und ist deswegen edler und prunkvoller gehalten. Spiegel an den Wänden sollen die Ewigkeit symbolisieren. Ich wurde damals alsbald aufgefordert weiter zu eilen. Nun ging es an den seitlichen Gängen die Treppe hinunter wieder in den Vorraum, wo sich auch die Wäscheausgabe befand. Dort legten alle ihre „Priestertumskleidung“ ab und legten sie auf die Theke. Sie wurde von Arbeiterinnen wieder zu einem Bündel zusammengefaltet. Einige „Profis“ machten es selbst. Sofort wurde man aufgefordert in einen Versammlungsraum zu gehen. Mit Lied und Gebet wurde eine Versammlung eröffnet und nachdem verschiedene Aufgaben verteilt waren (wie z. B. das Repräsentantenpaar am Altar) hielt Präsident Luschyn eine ausführliche belehrende Ansprache. Nach dem Schlussgebet holten sich alle einen Namenszettel von einem Verstorbenen von einer Tafel und es ging mit dem Bündel unter dem Arm wieder zur nächsten Endowment-Session in den Terrestrialen Raum vorbei an dem Tempelarbeiter, der einem den Neuen Namen zuflüsterte. Ach ja, bevor man zur nächsten Session ging, konnte man noch für den Gebetskreis den Namen einer Person auf einen Zettel schreiben, für die gebetet werden sollte, dieser Zettel kam dann in den Stoffbeutel, der während des Gebetskreises auf dem Altar lag.

Ich glaube, es war auch in diesen Vor- und Zwischenversammlungen, wo um Kandidaten für die Totentaufe, die Salbungen und Waschungen und die Spendung des Heiligen Geistes geworben wurde.

 

 

Die Totentaufe

 

Einmal erklärte ich mich als Täufling für die „Taufe für die Verstorbenen“ bereit. Dafür werden immer leichte Personen gebraucht; ich wog damals 60 kg. Der Täufer sollte entsprechend kräftiger sein. Das war kein erbauendes Erlebnis. Man bekam einen sackähnlichen weißen Overall an und stieg ins Wasser.

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Der Täufer las von einem Monitor (Lesegerät nach dem Overhead-Prinzip) den Namen eines Verstorbenen ab, während ein Anderer am Rande wohl die Namen kontrollierte und unter das Gerät schob. Ob auch zwei Zeugen zugegen waren, weiß ich nicht mehr. Nach Aufsagen folgenden Spruches wurde ich untergetaucht:

Brd. Manfred Trzoska, beauftragt von Jesus Christus taufe ich dich für den Verstorbenen ___________ im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Dann kam der nächste Name und im Akkord und ohne irgendeine Spur von Andacht wurde ich hintereinander weg untergetaucht, etliche -zigmal, bis ich meinte, genug Wasser geschluckt zu haben. Nach dem Umziehen kam die nächste Verordnung an die Reihe.

 

 

Die Spendung des Heiligen Geistes

 

Das wissen die meisten Mitglieder gar nicht, dass den Toten auch der Heilige Geist gespendet wird. Das geht noch ungeistiger vonstatten als die Taufe. Ich saß auf dem Stuhl, zwei Brüder legten mir die Hände auf, der übliche Spruch wurde aufgesagt, ohne irgendwelche segnenden Zusätze, eben nur konfirmiert und als Mitglied der Kirche bestätigt, und dann ging es los. Nach jedem „Amen“ hoben die Brüder die Hände kurz an und der nächste Tote kam dran. Es wurde so schnell wie möglich gesprochen, Hände hoch, wieder runter und weiter, Hände hoch, runter, weiter… und mein Kopf wurde immer weiter nach unten gedrückt, schon fast bis auf die Knie.

 

Übertragung des Priestertums

 

Das lief genauso ab wie die Spendung des Heiligen Geistes. Das Aaronische Priestertum wird übersprungen und der Verstorbene bekommt gleich das Melchisedekische Priestertum.

 

 

Danach erfolgen nur noch die Waschungen und Salbungen, wie oben beschrieben, und der Verstorbene ist bereit für das Endowment.

Damit die Personen in der Endowment-Session auch alle mit dem Namen eines Verstorbenen versorgt sind, müssen Taufe, Konfirmation, Priestertumsübertragung für die Verstorbenen im Affenzahn durchgeführt werden; denn in 1 ½ bis 2 Stunden sind schon wieder vielleicht 100 Namen durch den Schleier gegangen.

 

Pro Tag gab es damals 4 bis 5 Endowment-Sessionen. Wer alle mitmacht, muss natürlich hart gesotten sein, um immer wieder dieselben Worte zu hören, denselben Film zu sehen, bis man endlich seinen Hintern erheben und an den Schleier treten darf. Viele, besonders ältere Damen und Herren, schlafen bei den Sessionen ein und hin und wieder sieht man nickende Köpfe oder es ist ein Schnarchen zu hören. Es ist eben wirklich Tempel-ARBEIT.

 Zum Portal > Die Mormonen

 

Tempelarbeit

Dieses Kapitel wird später durch das gleichnamige Kapitel aus "Mormonismus - Schatten oder Wirklichkeit?" ersetzt
Der Tempel

Der Verfasser schildert seinen ersten Durchgang durch den Tempel. Hierbei werden der vollständige Endowmenttext aufgeführt und die Handlungen der damaligen Zeit (1974) beschrieben.
Tempelritual geändert

Dieser Artikel des Salt Lake City Messenger Nr. 75 schildert die großen Änderungen im Tempelendowment im April 1990 und beleuchtet die Hintergründe, die dazu geführt haben könnten.
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